25. Juli 2018 von Monika Kaesser

Der „Tan“ zählt mehr denn je

Warum wollen wir eigentlich alle so krampfhaft braun werden?

Gebräunte Haut ist schon lange ein Schönheitsmerkmal. Doch warum setzt man sich so intensiv der Sonne und dem Krebsrisiko aus, nur um ein wenig Farbe abzubekommen, die nicht von Dauer ist?

Je brauner, umso schöner?

Bestimmt kennen viele diesen starken Drang, das Haus zu verlassen, sobald die Sonne vom Himmel lacht. Nicht nur wegen des schönen Wetters, nein, auch um ein wenig Farbe abzubekommen. Natürlich trifft der Bräunungswunsch nicht auf jede einzelne Person zu, das gleich mal vorweg. Regelrechte Sonnenanbeterinnen nutzen jedenfalls jeden noch so kleinen Strahl, um ihren Teint dunkler zu bekommen. Kein Wunder, empfindet der Großteil braune Haut automatisch als schöner und gesünder. Dann folgen noch die üblichen Komplimente wie „Wow, du bist ja braun geworden im Urlaub!“ oder „Etwas mehr Farbe im Gesicht steht dir total!“ und schon fühlt man sich bestätigt. Sobald die Bräune nachlässt, ist der Frust groß.

Doch das ist nicht überall auf der Welt so. In anderen Ländern wie Asien oder Afrika ist der Wunsch nach blasser Haut weit verbreitet. Frauen tragen Schirme, Sonnenhüte oder greifen auf teilweise gefährliche Bleichmittel zurück, um ihre Haut aufzuhellen. Früher galt bei uns blasse Haut als nobel und war ein Symbol der gehobenen Gesellschaft. Denn nur arme Leute arbeiteten draußen auf dem Feld in der Sonne und hatten deswegen einen viel dunkleren Hautton. Damals mixten sich Frauen bleichende Tinkturen und schmierten sie sich ins Gesicht, sie deckten die Gesichtshaut dick mit weißem Puder ab und mieden grundsätzlich die Sonne.

#tanlines

Ausschlaggebend für unsere Hautfarbe ist der Melanin-Anteil. Dieser ist genetisch bedingt, die Pigmentierung kann aber zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung verstärkt werden. Verantwortlich für die Pigmentbildung sind Melanozyten genannte Hautzellen. Die daraus resultierende Bräune dient als Eigenschutz vor der UV-Strahlung.

 

Es gibt so viele Ratschläge, wie man schneller braun wird und wie die dunkle Farbe extralange anhält. Ja, auch bei uns findet man solche Tipps, denn der Wunsch nach gebräunter Haut ist präsenter denn je. Leute schmieren sich mit Öl ein, verzichten auf Sonnenschutz, legen sich in die pralle Mittagssonne oder nehmen bräunungsintensivierende Kapseln ein – alles für den Teint. Sogenannte Tan Lines, also hellere Abdrücke auf der Haut von Bikini oder Badeanzug, werden stolz auf Social Media gepostet, um die neu gewonnene Bräune zu feiern.

 

Nur wenige meiden die Sonne und bleiben lieber blass, obwohl es so viel gesünder für die Haut wäre. Nun, letztendlich bleibt es sowieso jedem selber überlassen, ob er blasse oder gebräunte Haut bevorzugt. Schönheitsvorstellungen sind nun mal individuell und unterliegen einem ständigen Wandel. Zumindest aber sollten Sonnenliebhaber großen Wert auf Sonnenschutz legen, damit das Hautkrebsrisiko minimiert wird.

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