10. Juli 2018 von Monika Kaesser

Orangenhaut

Real Talk: Wie du mit Cellulite umgehen kannst

Neun von zehn der über 30-Jährigen haben Cellulite an Oberschenkeln und Po. Und der Großteil der Frauen stört sich an den Dellen, die man so gut wie gar nicht loswerden kann.

Cellulite haben so gut wie alle Frauen

Die sogenannte Orangenhaut kann bei Übergewicht oder schwachem Bindegewebe bereits in jungen Jahren auftreten, mit fortschreitendem Alter (ab ca. 30 Jahren) bekommen aber fast alle Frauen (80–90 Prozent) Cellulite in unterschiedlichem Ausmaß. Manche Frauen sind so gut wie gar nicht betroffen und haben straffe, glatte Haut, die meisten von uns kämpfen aber mit den, zugegeben, unschönen Dellen. Auch ganz schlanke Frauen können von der Bindegewebsschwäche betroffen sein, die übrigens leider erblich ist. Dass hauptsächlich Frauen davon betroffen sind, hängt mit der spezifischen Struktur des weiblichen Bindegewebes und dem Aufbau der Haut zusammen. Bei Frauen ist die Ober- und Lederhaut nämlich dünner als beim Mann, die Fettzellen sind dicker und durch das Bindegewebe nur locker vernetzt. Deshalb drücken sich die aufgeblähten Fettzellen schnell mal durch und werden an der Oberfläche sichtbar. Das Hormon Östrogen ist verantwortlich dafür, dass sich das Fett vor allem an Oberschenkeln, Po und Bauch einlagert.

 

Cellulite ist keine Krankheit, sondern mehr oder weniger ein kosmetisches „Problem“. Problem in Anführungszeichen, da die Dellen zu keinen körperlichen Beschwerden führen, sondern lediglich unschön aussehen bzw. die Gesellschaft sie als unschön empfindet. Gegeben hat es Orangenhaut nämlich schon immer. Schaut man sich alte Gemälde an, zum Beispiel Bilder von Rubens, so wurden die Frauen auch mit Dellen und Reiterhosen abgebildet. Damals scherte sich nur niemand darum.

Was also dagegen tun?

Nun, Selbstliebe hin oder her – wirklich schön sehen die Dellen nun mal nicht aus. Da kann man sich und seinen Körper noch so sehr lieben, aber hätte man die Wahl, so würde man sich gegen die Dellen entscheiden. Ein Verzicht auf Lebensmittel, welche die Bindegewebsschwäche verstärken können, wäre hilfreich. Da aber kaum jemand freiwillig gänzlich auf Kaffee, Zucker, Salz, Alkohol oder Zigaretten verzichten möchte, reicht zumindest schon mal eine Einschränkung. Ansonsten kann Sport auf jeden Fall ein wenig helfen, die Dellen zumindest ein bisschen zu reduzieren. Wer regelmäßig joggt, wandert oder tanzt, der baut Muskeln auf, verbrennt Kohlenhydrate und regt dadurch den Stoffwechsel an. Das verhindert, dass sich die Fettzellen übermäßig aufblähen und nach außen drücken.

 

Die beste Lösung ist und bleibt, die Hautdellen einfach zu akzeptieren. Sie sind nun mal da, man kann sie nicht gänzlich loswerden und so gut wie jede Frau hat sie. Wir müssen die Dellen ja nicht schön finden, aber dass sie uns daran hindern, Shorts oder Kleider zu tragen, oder gar dazu führen, dass wir unseren Körper dafür hassen, das ist es definitiv nicht wert. Auf Instagram, einer Social-Media-Plattform, die von perfekt inszenierten Bildern lebt, stehen immer mehr Influencer zu ihrer Orangenhaut und ermutigen andere Frauen, sich nicht mehr für diesen vermeintlichen Makel zu schämen.

 

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