10. September 2018 von Monika Kaesser

Schwäche zeigen ist eine Stärke

Wir stehen unter der Dusche. Und wir weinen.

Eine amerikanische Fotografin zeigt mit einem emotionalen Post, wie wichtig es ist, sich zu solidarisieren und Mut zu machen.

Weinen, wenn es niemand sieht ...

Als Frau und insbesondere als Mutter ist der Alltag nicht immer leicht. Auch wenn man sehr belastbar ist, manchmal hat man das Gefühl, dass einem alles zu viel wird. Schwäche zeigt man aber leider ungern. Nicht selten fühlen sich Frauen oft einsam, kraftlos und verzweifelt. In Momenten, in denen sie sich unbeobachtet fühlen, fließen dann die Tränen. Diesen Zustand beschreibt die Fotografin Brittany Latham mit einem Foto, auf dem eine nackte und weinende Frau in der Badewanne zu sehen ist. Neben dem Foto steht eine längere Beschreibung, in der Brittany ihre Solidarität zum Ausdruck bringen möchte.

 

For the woman whose husband makes an "extra stop" after work every evening.For the woman who is mourning the loss of a…

Gepostet von Brittany Latham Studios am Donnerstag, 7. Juni 2018

Die Fotografin schreibt unter anderem:

„Das ist für die Frau, deren Mann jeden Abend einen ,Extrastopp‘ nach der Arbeit einlegt.

Das ist für die Frau, die eine Fehlgeburt hatte und wo niemand außer ihr darüber Bescheid weiß.

Das ist für die Frau, die gefeuert wurde, weil sie wegen ihres kranken Kindes zum vierten Mal zu spät in die Arbeit kam.

Das ist für die alleinerziehende Mama, die nicht weiß, wie sie diesen Monat überleben soll.

Das ist für die Frau, die unter einer stillen Angststörung leidet, weil niemand versteht, was einen alles stressen kann.

Das ist für die Frau, die jeden Tag alles für ihre Familie gibt und einfach nur eine kurze Pause braucht.

Das ist für jede Frau, die in der Dusche weint, sodass es niemand sehen kann. Denn wenn du nicht stark bist, wer ist es dann?

Nur weil das Wasser die Tränen sofort wegwischt, heißt das noch lange nicht, dass du nicht geweint hast. Ich weine mit dir.“

Und in dieser Hinsicht geht es uns allen gleich, egal welche Voraussetzungen wir haben. Schauspielerin Angelina Jolie gab in einem Interview mit „Vanity Fair“ zu, dass sie ihre Gefühle vor ihren Kindern geheim halten möchte und deswegen regelmäßig zur Akupunktur gehe und unter der Dusche weine, wenn ihr alles zu viel wird. Auch Lady Gaga gab öffentlich bekannt, dass sie unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leide. Emma Stone berichtete über ihre Angststörung, die sie schon seit ihrer Kindheit verfolgt. Sängerin Selena Gomez leidet unter Depressionen und Panikattacken, die sie lange verheimlichte, weil sie ihre Fans nicht enttäuschen wollte, dem Druck aber kaum mehr standhalten konnte. Auch Sängerin Adele sprach offen über ihre Versagensängste, dass sie ihrer Mutterrolle vielleicht nicht gewachsen sei, und offenbarte ihre Anfälligkeit für depressive Phasen.

Was die meisten von uns also gemeinsam haben, ist die Angewohnheit, dass wir keine Schwächen zugeben wollen und zulassen, dass sich negative Gefühle in uns aufstauen. Wir sind zwar zum Glück nicht alleine damit, dennoch sollten wir alle versuchen, unsere Befindlichkeiten nach außen zu lassen. Und eben nicht nur heimlich in der Dusche weinen, sondern sich ruhig auch mal vor Familie oder Freunden ausweinen. Denn wer Schwäche zeigt, ist mutig, und wer mutig ist, ist stark!

 

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