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    Love Aussteigen auf Zeit:

    Wie man sich den Traum von der Auszeit ermöglicht

    Ein Jahr nur für dich. Um die Welt reisen, neue Leute kennenlernen - das ist der Traum von vielen. Aber traust du dich, eine Auszeit zu nehmen? Zwei Reisende machen Mut.

    By Janina Lebiszczak | 13.03.2018
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    Aussteigen auf Zeit:

    Wie man sich den Traum von der Auszeit ermöglicht

    Ein Jahr nur für dich. Um die Welt reisen, neue Leute kennenlernen - das ist der Traum von vielen. Aber traust du dich, eine Auszeit zu nehmen? Zwei Reisende machen Mut.

    Auszeit

    Ich bin dann mal weg: Immer mehr Frauen träumen von einer längeren Auszeit vom Alltag.
    iStock
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    Ich bin dann mal weg ...

    Neun von zehn Österreichern, so eine aktuelle Umfrage eines Reiseportals, sehnen sich nach einer Auszeit – aber kaum einer traut sich. Nur jeder Fünfte hat den Mut – und natürlich auch die Möglichkeit –, sich den Traum vom Sabbatical (so nennt man einen längeren Sonderurlaub) in die Tat umzusetzen. Und was sind die Gründe dafür? 75 Prozent der Befragten würden gerne um die Welt jetten – um sich selbst zu finden. Wir haben mit zwei Frauen gesprochen, die den Schritt gewagt haben.

    Auszeit de luxe: Waltrauds Weltreise

    Was passiert, wenn eine Frau mit Ende 30 ihr altes Leben hinschmeißt, alle Ersparnisse zusammenkratzt und elf Monate alleine auf Weltreise geht – mit einem übergewichtigen Rollkoffer und jeder Menge Zweifel im Gepäck? Antwort: Der innere Kontrollfreak flippt erstmal aus. Aber dann wird es richtig interessant. Die Medienfrau Waltraud Hable hat ihre Erlebnisse in ihrem gerade erschienenen und extrem unterhaltsamen Buch „Mein Date mit der Welt: Eine Frau. Eine Weltreise. Ein Plan.“ (DuMont Verlag) niedergeschrieben. Sie reiste von Kapstadt bis Hawaii, von Rio bis Tokio – und erinnert sich mit viel Liebe (wieder zurück) an ihre Auszeit: „Auch wenn nach außen mein Leben unverändert scheint – ich arbeite im selben Medienhaus wie vor der Weltreise, wohne in meiner alten Wohnung –, ist tief in mir drin vieles anders. Ich kann bis heute nicht genau festmachen, WAS es ist. Aber ich merke an kleinen Dingen, dass diese Reise mich nachhaltig verändert hat. Meinem Herzen und meinem Hirn fehlen die ständig neuen Eindrücke, die so ein ausgedehnter Trip mit sich bringt.“

    Selbstsicherheit durch Unsicherheit

    Und weiter: „Das Ungewisse ist mir mittlerweile näher als das Vertraute, obwohl ich vorher ein echter Kontrollfreak war und die Weltreise 15 Jahre vor mir hergeschoben habe. Ich muss noch heute grinsen, mit welchen fadenscheinigen Ausreden – zu gefährlich, zu einsam, zu teuer – ich mich selbst daran gehindert habe, alles hinzuschmeißen und loszufahren. Mittlerweile treffe ich viel schneller Entscheidungen, ich eiere weniger herum. Und ich bin selbstsicherer geworden, ich habe – so komisch das klingt – mein Urvertrauen nachhaltig gestärkt. Einatmen. Ausatmen. Ein Schritt nach dem anderen. Es findet sich für jedes Problem eine Lösung. Vielleicht nicht sofort in der Sekunde, aber es gibt immer ein B, C, D, E, wenn A nicht klappt. Und wenn man nicht weiß, was man machen soll, hilft am besten, nichts zu tun und auf sein Herz zu hören. Denn das hat immer Recht, es schlug immerhin schon, bevor man denken konnte.“

    Auszeit für die Seele: Elisa will sich finden

    Eine andere Frau befindet sich immer noch auf dem Trip um die Welt – und zu sich selbst. Aus dem australischen Outback erreicht uns Elisas Mail, in dem sie erstmal beschreibt, wie ihr Leben früher war: „Ich habe jahrelang ein gutes, geregeltes Leben gelebt. Angestellt, glücklich verheiratet, großer Freundeskreis. 2016 wurde das Gefühl immer stärker, dass mein Lebensweg nun woanders hinführt. Die innere Stimme wurde immer lauter. Ich konnte offen mit meinem Mann darüber sprechen und wir haben gemeinsam die Trennung beschlossen. Scheidung in Harmonie, ich habe gekündigt und alle meine Besitztümer verkauft. Dann flog ich ganz alleine nach Australien, auf die andere Seite der Welt.“

    Abschied vom Komfort

    Aber so eine Auszeit ist kein Luxusurlaub: „So radikal, wie ich es gemacht habe, glaube ich nicht, dass es für viele richtig ist. Man muss mit Einsamkeit rechnen, mit dem Gefühl, überhaupt kein Zuhause zu haben. Finanziell kann ich nur in 8-Bett-Zimmern schlafen und Gemeinschaftsduschen benutzen. Für mich ist es kein Problem. Dafür erlebt man so viel Einzigartiges: in der Wüste im Freien schlafen, in den Schlafsack gekuschelt, und stundenlang in den leuchtenden Nachthimmel blicken, freiwillige Arbeit in einer Känguru- und Wombat-Pflegestelle verrichten, auf einer Farm bei der Ernte dabei sein und mit Traktoren mitfahren, mit Walhaien tauchen, Fallschirmspringen.“ Ob sie je wieder sesshaft wird? „Alleine reisen und kein Zuhause haben, das ist für mich nichts auf Dauer. Ich bin nun schon ein Jahr unterwegs und weil ich so günstig gelebt habe, gehen sich noch weitere 6 Monate aus. Dann würde ich mich freuen, wenn ich den Platz finde, wo es sich richtig anfühlt, dass ich mich niederlasse.“