14. März 2017 von Jasmin Newman

Brutale Drohungen gegen die Wiener Autorin Stefanie Sargnagel

Einen Satire-Reisebericht der Autorin nehmen zwei Kronenzeitung-Redakteure zum Anlass für frauenfeindliche Hetze gegen Sargnagel. Eine Petition im Netz fordert jetzt die Entlassung des einen Redakteurs.

Mord- und Vergewaltigungsdrohungen für einen Reisebericht

Anhand folgender Geschichte muss man sich wieder mal die Frage stellen; in welcher Welt leben wir eigentlich?

Ein satirischer Reisebericht der jungen Autorin, Stefanie Sargnagel, löste im Netz einen enormen Shitstorm aus, der niveauloser nicht sein könnte. Vergewaltigungs- und Todesdrohungen ziehen sich durch die unzähligen Kommentare.

Ausgelöst wurden diese frauenfeindlichen Hass-Kommentare nicht etwa von gesichtslosen Trolls im Internet oder ungebildeten Menschen aus sozial schwachem Umfeld, sondern von dem Online-Chef und einem weiteren Journalisten der „Kronenzeitung“. Ersterer, Richard Schmitt, stöberte auf derStandard.at, wo er auf den satirischen Reisebericht von Stefanie Sargnagel stieß. Die tourte vor Kurzem mit zwei weiteren Autorinnen durch Marokko, um ihr neues Buch zu schreiben, was das Kulturministerium mit 750 Euro förderte. Das war schon der erste Dorn in den Augen des Online-Chefs und der Zweite, wohl ausgelöst durch sein mangelndes Verständnis von Satire, der Schreibstil von Sargnagel. Denn Schmitt hetzte in seinem Krone-Artikel mit dem Titel: „Saufen und kiffen auf Kosten der Steuerzahler“. Darin kritisierte er die überspitzten Formulierungen, die er wohl für ernst nahm und forderte Weiters die Rückzahlung der Förderung.

Als wäre das nicht genug, legte sein Kollege aus Kärnten nochmal ordentlich nach, als sich Stefanie Sargnagel zu den Anfeindungen des darauffolgenden Shitstorms äußerte. Fritz Kimeswenger, so der Name des besagten Redakteurs, veröffentlichte in einem Post die Wohnadresse der Autorin und bezeichnete sie darin als „willig“.

Forderung: Kündigung des Krone-Redakteurs

7900 Personen haben aus diesem Grund bereits eine Petition für den Rauswurf des Krone-Redakteurs unterschrieben, weil dieser „trotz des Wissens um die Gewaltaufrufe […] die aktuelle Wohnadresse der Künstlerin [veröffentlichte] und mit einem Zitat [suggeriert], sie stehe derartigen Übergriffigkeiten „willig“ gegenüber. Diese Handlung war fahrlässig, frauenfeindlich und stellte eine Bedrohung dar.“

Hier eine Zusammenfassung des Falls von Stefanie Sargnagel selbst:

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