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    Machos Männer in der Krise
    Psyche

    Sind unsere Männer in der Krise?

    Die Krise der Männlichkeit ist eines der prägenden Merkmale unserer Zeit. Überall werden die Kerle in Frage gestellt, im Job, im Bett, sogar im Sport – und das hat natürlich Folgen.

    By Janina Lebiszczak | 29.10.2016
    Psyche

    Sind unsere Männer in der Krise?

    Die Krise der Männlichkeit ist eines der prägenden Merkmale unserer Zeit. Überall werden die Kerle in Frage gestellt, im Job, im Bett, sogar im Sport – und das hat natürlich Folgen.

    „Was immer Frauen tun – sie müssen doppelt so gut sein wie die Männer, damit man sie für halb so gut hält. Glücklicherweise ist das nicht schwierig“ , lautet ein Zitat der Politikerin Charlotte Whitton, die 1951 in Ottawa als erste Frau Kanadas Bürgermeisterin wurde. Und jetzt – so viele Jahrzehnte danach – haben wir den Salat. Die Männer wissen nicht mehr, was sie zum Mann macht. Selbstfindungskurse, Männer-Messen und Seminare, wohin das Auge blickt – am Programm steht zumeist Jammern und Zetern. Willkommen im Jahre 2016: Der Traum vom Versorger ist für viele zum Alptraum geworden, denn eine heile Familienwelt kann man nicht kaufen, außerdem fehlt hinten und vorne das Geld. Ihre Beschützerrolle? Wo sind die ganzen edlen Ritter hin, die ihre Dame in Straßenschlachten verteidigen, wenn einer schief guckt?? Die wenigsten brauchen sie noch. Frauen arbeiten, kämpfen und versorgen den Haushalt. Sogar der Hausverstand ist mittlerweile weiblich.

    Männer in der Krise

    Männer in Karenz – why not?
    Shutterstock
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    Und die Männer?

    Eitel, wehleidig und durchgegendert – so sollten sie angeblich sein, die Männer von heute. Wie es so weit kam? Nun, in Zeiten des Patriarchats galten Männer und Frauen von Natur aus als extrem unterschiedlich und hatten dementsprechende Rollen zu erfüllen, er an der Front, sie im trauten Heim – Bilder, die immer noch durch unsere Köpfe spuken, aber irgendwie glanzlos wirken, wie eine fadenscheinige Erinnerung.

    Die Krise ist also hausgemacht – und nicht die erste. So sahen sich Männer in ihrer Männlichkeit etwa durch die „Blaustrümpfe“ und „Suffragetten“ des 19. Jahrhunderts in Frage gestellt, durch Frauen, die Bildung und politischen Einfluss anstrebten, obwohl Männer diese Felder für sich allein beanspruchten. Oder denkt mal an die Yuppies der 1980er Jahre mit ihren Krawatten und Anzügen: materielle Werte als ultimativer Schutzschild gegen die weibliche Intuition.

    Mann und Frau auf Augenhöhe

    Und jetzt: Ist der Mann der ersten Welt wieder in der Krise. Das kann mitunter frustrierend sein, wenn nicht sogar gefährlich. In ihrer Identität verunsicherte Männer neigen zu Aggressivität und Wut. Sie schreien, weil sie schwach sind. Das kann man in der Politik beobachten, aber auch in diversen Social-Media-Foren, in denen Frauen von ihren früheren Rittern zur Sau gemacht werden. Wie man den Männern wieder Mut macht? Nun, einerseits geht es ihnen nicht so schlecht, wie man glauben mag: Sie bekommen trotzdem noch den Job, nicht die Frau – und das bessere Gehalt. Sie lenken immer noch das Schicksal dieser Welt und besetzen Machtpositionen. Doch die Zeiten ändern sich. Und wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Deswegen: Umarmt einen Mann – heute noch. Sie müssen auch nicht mehr in den Ruinen eines längst überholten Rollenbildes verharren. Frauen auch nicht. Machen wir doch einfach das Beste daraus. Gemeinsam.