Sex
30. Mai 2016 von Janina Lebiszczak

Amazonen im Bett: Wenn Frauen mehr Sex wollen als Männer

Sind wir zu stark, sind sie zu schwach: Eine sexuell fordernde Frau wird nicht immer als Glücksgriff gehandelt. Im Gegenteil. Die weibliche Lust macht manchmal sogar impotent.

Lange ist es her, dass Herrenwitze erzählt wurden, deren Pointe darin besteht, das SIE Ausreden (Migräne, Schatz!) erfindet um sich vor dem Sex mit IHM zu drücken. Frauen wollen eher kuscheln, Männer suchen sexuelle Abenteuer – so lautete die gängige These der Evolutionsbiologie. Ist natürlich Blödsinn.

Selbst gängige Thesen der Wissenschaft, denen zufolge Frauen zu Treue und Männer zu Promiskuität neigen, treffen nicht zu. „Mein Mann will nicht so recht“, hört man oft die Freundin jammern und/oder rechnet selber heimlich nach, wie lange das letze Liebesspiel her ist. Die Emanzipation hat das Schlafzimmer erobert – und lässt so manche Erektion schwinden. Selbstbewusste Frauen artikulieren auch ihre sexuellen Wünsche leichtfertiger und leben ihre Sexualität unabhängiger und freier aus als früher.

Mehr Sex, bitte!

Die Lustlosigkeit der Männer hat viele Ursachen: Verfügbarkeit ist eine, denn früher, als die Damen sich zierten, wurde der Jagdinstinkt angesprochen. Ausserdem – so Experten – sinkt bei Männern ab 35 der Testosteronspiegel. Auch das ewige Funktionieren-Müssen, Stress im Alltag, Depressionen, bestimmte Medikamente und die Geburt eines Kindes können stören.

Problematisch wird es allerdings nur, wenn sich die Lustlosigkeit verfestigt. Viele Männer hätten das Gefühl, den hohen Anforderungen ihrer Partnerin nicht zu entsprechen oder fühlen sich unter Druck gesetzt. Statt das Problem auszudiskutieren, ziehen sie sich lieber zurück.Und die Frauen? Werfen verärgert die Reizwäsche ins Eck und schmollen. Dabei ist das einzige Kraut, das gegen eine Flaute im Bett gewachsen ist, die Kommunikation. Sexuelle Wünsche mitteilen, das klappt auch ohne den Kerl zum Kind zu degradieren. Komplimente machen, in schönen Erinnerungen schwelgen, sich gegenseitig Druck nehmen. Nicht gleich in Panik verfallen. Klar, sexuelle Zurückweisung durch den Partner ist schwer zu ertragen. Aber: Ziehen Sie sich nicht in Ihr Schneckenhaus zurück. Dort findet Sie nämlich niemand.

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